Indoor-Farming geprüft: die Stromrechnung entscheidet

Indoor-Farming geprüft: die Stromrechnung entscheidet

Eine modulare Growbox lief durch unseren Ideentrichter: ein halber Meter Kantenlänge, eine Lampe darin, an Restaurants und Kantinen nicht als Gerät verkauft, sondern monatlich vermietet. Die Hamnett Enterprises GmbH hat die vollständige Machbarkeit dazu gerechnet. Entschieden hat eine einzige Zahl je Kultur, nämlich der Strompreis, oberhalb dessen der Anbau im Haus auf jedem Kilo Geld verliert. Für Salat liegt diese Zahl bei 0,053 €/kWh. Die deutsche Industrie zahlte 2026 im Schnitt 17,2 ct/kWh (BDEW, August 2026), private Haushalte 37,0 ct/kWh.

Nichts hier ist Rechts- oder Steuerberatung. Steuerberater und Anwalt entscheiden, bevor etwas bindend wird.

Die Entscheidung

Wir haben die Idee geparkt, mit einem Kapitalbedarf von null und einem schriftlichen Auslöser für die Wiedervorlage. Die Rechnung je Kultur trägt, und sie trägt heute schon am deutschen Netzstrom, für sechs Kulturklassen. Was dem Plan fehlte, war ein Grund, warum wir gewinnen sollten. Ein US-Anbieter besetzt genau die Position, auf die das Vorhaben zielte, und veröffentlicht seine Konditionen: 16.750 $ für das Gerät plus 375 $ im Monat bei 36 Monaten Vertragslaufzeit je Einheit, mit Aramark, Sodexo, dem Dartmouth College und American Airlines als Kunden auf der eigenen Website. Unser Modell setzt den Aufbau bei 13 bis 15 Mio. € geduldigem Eigenkapital an, den operativen Break-even im sechsten Jahr und den Kapitalrücklauf um Jahr sieben bis acht. Wir öffnen die Akte wieder, wenn drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sind: eine Führungskraft für Hardware und Pflanzenbau ist gewonnen, mindestens ein institutioneller Kunde hat zum modellierten Monatspreis zugesagt, und ein Stromvertrag liegt bei höchstens 0,05 €/kWh. Bis dahin geben wir nur Geld für eine kleine Prüfung frei, ob sich unsere Steuerungssoftware an fremde Boxen lizenzieren lässt.

Das eine Gesetz, das alles entscheidet

Draußen beleuchtet die Sonne die Pflanze umsonst, und der Regen gießt sie. Drinnen kaufen Sie das Licht. Dieser eine Tausch ist die ganze Branche, und eine andere Bauform der Box hebt ihn nicht auf.

Ein Kilo Blattsalat im Haus zu ziehen kostet in unserem Modell rund 15 kWh Strom, bei einer veröffentlichten Spanne von 10 bis 18 kWh für optimierte Anlagen. Bei den 0,25 €/kWh, die unser Modell als gemischten gewerblichen Planwert für Deutschland ansetzt, sind das 3,75 € Strom gegen einen Großhandelspreis von etwa 2,20 € je Kilo Salat. Der Strom allein macht 167 % des Verkaufspreises aus, bevor Gebäude, Kühlung, Wasser, Arbeit oder die Box überhaupt gezählt sind. Am BDEW-Wert für Lieferverträge kleiner und mittlerer Industriebetriebe, 17,2 ct/kWh, sind es immer noch 117 %. Am Haushaltspreis von 37,0 ct/kWh sind es 252 %. Es gibt in Deutschland keinen Stromtarif, bei dem Massensalat im Haus aufgeht.

Dieselbe Rechnung an einem Grundnahrungsmittel macht die Lücke unstrittig. Unser Modell zeigt rund 6,80 € Strom, um Mais im Wert von 0,30 € zu erzeugen. Getreide im Haus verliert in jeder Epoche, bei jedem Strompreis, in jedem Land. Wer Indoor-Boxen als Lösung für die Kalorienversorgung mit Weizen oder Reis anbietet, verkauft etwas, das die Physik nicht hergibt.

Die Baukosten kommen obendrauf. Veröffentlichte Investitionskosten für Anlagen mit vollständig kontrolliertem Klima liegen bei 1.075 € bis 10.750 € je Quadratmeter, davon 30 bis 40 % für die Beleuchtung und weitere 25 bis 35 % für Gebäude und Klimatechnik. Die Kühlung ist die Position, die am häufigsten zu klein kalkuliert wird, denn jedes Watt Licht, das Sie kaufen, kommt als Wärme zurück, für deren Abtransport Sie erneut zahlen.

Break-even-Strompreis je Kultur

Die entscheidende Zahl ist der Break-even-Strompreis, also der Großhandelswert der Kultur je Kilo abzüglich aller Kosten außer Strom, geteilt durch die Kilowattstunden, die ein Kilo braucht. Oberhalb dieses Preises verliert der Anbau im Haus, unterhalb gewinnt er.

Kultur kWh je kg Großhandel €/kg Kosten ohne Strom €/kg Break-even €/kWh Bei Netzstrom 0,25 € Bei günstigem Solarstrom 0,05 €
Blattsalat 15 2,20 1,40 0,053 Verliert, Kosten 5,15 € Gewinnt, Kosten 2,15 €
Fruchtgemüse (Tomate, Erdbeere) 45 9,00 4,50 0,100 Verliert, Kosten 15,75 € Gewinnt, Kosten 6,75 €
Küchenkräuter (Basilikum) 18 27,50 6,00 1,194 Gewinnt, Kosten 10,50 € Gewinnt, Kosten 6,90 €
Cannabis, legale Rechtsordnung 350 3.000,00 400,00 7,429 Gewinnt, Kosten 487,50 € Gewinnt, Kosten 417,50 €

Stand: August 2026. Break-even-Preise, Energieverbräuche und Kostenzeilen sind Hamnett-Enterprises-Modell, 2026. Der Referenzwert von 0,25 €/kWh ist ein gemischter gewerblicher Planwert und liegt zwischen den BDEW-Werten von 17,2 ct/kWh für kleine und mittlere Industrie und 37,0 ct/kWh für Haushalte (BDEW-Strompreisanalyse, 21. August 2026). Die Cannabis-Zeile veranschaulicht, wie der Wert je Kilo die Rechnung steuert, und ist kein Geschäftsplan. § 9 KCanG erlaubt in Deutschland drei Pflanzen je Erwachsenem am Wohnsitz und verbietet die Weitergabe an Dritte, der gewerbliche Anbau ist gesondert lizenzpflichtig.

Die Spreizung in dieser Spalte ist die ganze Branche in vier Zeilen. Salat verträgt 5,3 ct. Die Industrie zahlt 17,2 ct. Basilikum verträgt 1,19 €, ungefähr das Siebenfache des Industriepreises, weshalb eine Kräuterkultur einen teuren Netzstrom aufnimmt, ohne ihn zu merken. Fruchtgemüse liegt bei 10 ct, über dem günstigen Solarstrom und unter dem Netzstrom, braucht also eine eigene oder vertraglich gesicherte erneuerbare Versorgung, um überhaupt zu funktionieren. Cannabis verträgt 7,43 €, etwa das Dreiundvierzigfache des Industriepreises, weshalb dort die Lizenz die Grenze setzt und nicht der Zähler.

Daraus folgt eine einzige Regel: Der Wert je Kilo ist das Tor. Eine Kultur für 1 bis 2 € je Kilo trägt keine 2 bis 5 € Strom. Eine Kultur für 27 € oder 3.000 € merkt ihn nicht.

Wann welche Kultur die Schwelle erreicht

Der Anbau im Haus konkurriert gegen ein bewegliches Ziel. Seine eigenen Kosten sinken, weil Leuchtdioden effizienter werden, und unser Modell rechnet bis 2045 mit rund 35 % weniger Kilowattstunden je Kilo. Der Vergleichsmaßstab Feld bewegt sich auf dem Klimastress-Pfad in die Gegenrichtung, mit real rund 30 % höheren Frischgemüsepreisen bis 2035 und rund 70 % bis 2045. Wo sich beide Linien treffen, liegt das Schwellenjahr.

Kulturklasse Trägt heute am Netzstrom Schwellenjahr am Netz, Klimastress-Pfad Trägt heute an günstigem Solarstrom Zeitliches Urteil
Küchen- und Heilkräuter ja jetzt ja Jetzt
Microgreens und Jungpflanzen ja jetzt ja Jetzt
Premium- und Markensalate ja jetzt ja Jetzt, solange der Aufpreis hält
Speisepilze ja jetzt entfällt, kaum Pflanzenlicht Jetzt
Safran ja jetzt ja Jetzt
Cannabis, legale Rechtsordnung ja jetzt ja Jetzt, rechtlich eingemauert
Blattsalat nein um 2045 ja, knapp 10 bis 20 Jahre am Netz, jetzt an Solar
Fruchtgemüse nein um 2045 ja 10 bis 20 Jahre am Netz, jetzt an Solar
Wurzelgemüse und Knollen nein nach 2045 nein Nicht in 20 Jahren
Zwergobstbäume nein nach 2045 grenzwertig Nicht in 20 Jahren
Rankende Kulturen (Kürbis, Melone) nein nach 2045 nein Nicht in 20 Jahren
Getreide (Mais, Weizen, Reis) nein nie nie Nie

Stand: August 2026, Hamnett-Enterprises-Modell, 2026. Die künftigen Jahre sind ein ausdrückliches Szenario auf Basis des IPCC-Klimastress-Pfads für Lebensmittelpreise und einer veröffentlichten Entwicklungskurve für die Lichtausbeute von Leuchtdioden, keine Prognose. Belastbar ist die Reihenfolge, die Jahreszahlen sind Illustration.

Die Antwort auf „jetzt oder in zwanzig Jahren“ lautet beides, und die Aufteilung wiegt schwerer als der Zeitpunkt. Sechs Kulturklassen tragen heute selbst an teurem Netzstrom, und sie reichen für ein Geschäft. Zwei weitere, Salat und Fruchtgemüse, erreichen die Schwelle um 2045 auf dem Stress-Pfad oder sofort an günstigem Eigenstrom. Drei erreichen sie nicht binnen zwei Jahrzehnten, die letzte nie. Der bedienbare Kulturkreis verdoppelt sich also grob bis 2045, was Geduld zu einer vernünftigen Haltung macht und die Kulturliste, nicht die Bauform der Box, zur entscheidenden Größe eines Vorhabens.

Der unbequeme Teil dieser Zeitrechnung: Die sechs Kulturen, die heute tragen, sind genau die Nischen, die der US-Anbieter bereits bedient. Eine bessere Rechnung je Kultur hat an der Frage, wer den Kunden gewinnt, nichts geändert.

Qualität schlägt Ertrag

Dieselbe Kultur lässt sich auf drei Arten anbauen, und das sind drei verschiedene Geschäfte. Unser Modell hat Küchenbasilikum am deutschen Referenzstrompreis in vier Konfigurationen gerechnet. Der Deckungsbeitrag ist dabei der Erlös je Kilo abzüglich aller zurechenbaren Kosten je Kilo.

Optimiert auf Ertragsindex kWh je kg Gesamtkosten €/kg Erzielbarer Preis €/kg Deckungsbeitrag €/kg
Qualität, Geschmack, Nährstoffdichte 0,70 26 15,50 55,00 (Küche, Marke) +39,50
Ausgewogen, Standard-Premium 1,00 18 10,50 27,50 +17,00
Ertrag und Durchsatz 1,30 14 9,50 14,00 (Massenware) +4,50
Niedrigste Kosten 1,20 13 7,75 12,00 (Spotmarkt) +4,25

Stand: August 2026, Hamnett-Enterprises-Modell, 2026, bei einem Strompreis von 0,25 €/kWh. Die Preise sind Planwerte aus veröffentlichten Kultur- und Kanalbändern, keine Angebote.

Der Anbau auf Geschmack erzeugt rund 46 % weniger je Würfel und verbraucht rund 44 % mehr Strom je Kilo, und er bringt 39,50 € je Kilo gegen 4,50 € in der ertragsoptimierten Fahrweise. Der Preisaufschlag, etwa das Doppelte des Standard-Premiums und rund das Vierfache der Massenware, überholt den Kostenaufschlag deutlich. Jeder Instinkt aus der Landwirtschaft sagt: maximiere den Ertrag je Quadratmeter. Im Haus, mit einem Premiumkanal davor, kostet dieser Instinkt 35 € je Kilo.

Genau hier läge ein Vorhaben in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. Der Verkauf in Restaurantküchen und in den Marken-Frischebereich eines dichten, kaufkräftigen Einzugsgebiets ist die Konfiguration, die die Rechnung trägt. Der Verkauf nach Kilo gegen spanische und niederländische Feldware ist die Konfiguration, die die Branche ruiniert hat.

Pilze sind der stille Ausreißer

Pilze brauchen rund 3 kWh je Kilo gegen 15 bei Blattsalat und 45 bei Fruchtgemüse, weil sie keine Photosynthese betreiben und fast kein Pflanzenlicht benötigen. Der beherrschende Kostenblock verschwindet damit schlicht. Bei bescheidenen 6,00 € je Kilo im Großhandel setzt unser Modell den Deckungsbeitrag bei 2,05 € je Kilo am Netzstrom und 2,65 € an günstigem Solarstrom an, bei veröffentlichten Rohmargen über 50 %. Das ist eine positive Zahl beim heutigen deutschen Strompreis, ohne Premiumkanal, ohne günstigen Stromvertrag und ohne Klimaszenario.

Der Haken ist ein produktseitiger. Pilze brauchen ein dunkles, feuchtes Substratblock-Regime statt einer beleuchteten Hydrokultur-Wanne, sind also eine eigene Konfiguration derselben Box und nicht eine weitere Kultur im selben Rezept. Wer sie als Nebensache behandelt, baut die falsche Hardware. Wer sie als Anker behandelt, bekommt die einzige Kultur der ganzen Systematik, deren Wirtschaftlichkeit überhaupt nicht am Strompreis hängt.

Wasser ist der zweite Hebel

Der Anbau im Haus führt das Wasser im Kreis. Unser Modell setzt Feldsalat bei rund 200 Litern je Kilo an gegen rund 12 Liter im Haus, also 94 % Ersparnis, bei durstigeren Kulturen näher an 96 %. Diese Ersparnis hat einen Geldwert, und der lässt sich in Strom-Spielraum umrechnen: Bei Salat kauft jeder Euro Wasserpreis je Kubikmeter rund 0,013 €/kWh zusätzliche Toleranz.

Wasserpreis €/m³ Gesparte Wasserkosten, €/kg Salat Zusätzlicher Strom-Spielraum €/kWh
1 0,188 +0,0125
2 0,376 +0,0251
5 0,940 +0,0627
10 1,880 +0,1253

Stand: August 2026, Hamnett-Enterprises-Modell, 2026, bei 94 % Kreislaufersparnis für Blattgemüse.

Bei den in Deutschland üblichen rund 2 € je Kubikmeter kauft die Ersparnis 2,5 ct Spielraum, was Salat an einem 17-ct-Netz nicht rettet, wenn er 5,3 ct braucht. Der Hebel greift erst bei 5 bis 10 € je Kubikmeter, also bei den Knappheitspreisen am Golf, in Teilen Nordafrikas und in rationierten Regionen, wo die Wasserersparnis allein den Fall tragen kann. In Hessen ist Wasser nicht das Argument.

Das Massensterben

Die Jahre 2023 bis 2025 waren die Bereinigung der Branche, und die Gescheiterten waren die finanzierten. Zwei datierte Zählungen für 2025 kommen auf vierzehn Insolvenzen im Indoor-Anbau und im geschlossenen Anbau in diesem einen Jahr, mit zusammen mehr als 1,37 Mrd. $ historisch eingesammeltem Kapital. Plenty beantragte am 24. März 2025 Gläubigerschutz nach Chapter 11, nachdem das Unternehmen knapp 1 Mrd. $ von Investoren wie SoftBank, Walmart und Bezos Expeditions eingesammelt hatte, und kam am 29. Mai 2025 verkleinert aus der Restrukturierung. Bowery schloss mit rund 700 Mio. $ eingesammeltem Kapital. AeroFarms meldete 2023 Insolvenz an, mit über 300 Mio. $. AppHarvest meldete mit rund 700 Mio. $ Insolvenz an.

Am Verbraucherende lief es genauso. Scotts Miracle-Gro hat AeroGarden, den zwanzig Jahre lang führenden Anbieter von Küchen-Growboxen, im Geschäftsjahr 2024 eingestellt und dabei rund 29 Mio. $ auf überschüssige und veraltete Lagerbestände abgeschrieben, berichtet in der Ergebnismitteilung vom 6. November 2024. Ein schlankerer Neustart unter neuem Eigentümer folgte 2025, was zeigt: Die Marke hatte Wert, die Kostenstruktur nicht.

Wer überlebt hat, ist lehrreich. Babylon Micro-Farms, der US-Anbieter im institutionellen Mietbetrieb, verkauft ein Wandgerät für 16.750 $ mit 375 $ Monatsabo bei 36 Monaten Laufzeit je Einheit, darin enthalten Einweisung, ein fester Ansprechpartner, automatisch gelieferte Saat und Nährstoffe sowie eine Anbau-App. Genannt werden Aramark, Sodexo, Neiman Marcus, das Dartmouth College, American Airlines und Sunrise Senior Living. Der Zugang zu diesen Kunden läuft über die Caterer und nicht über den Einzelverkauf von Geräten. Die Lehre aus dem Friedhof lautet: Wiederkehrende Serviceerlöse überleben dünne Hardwaremargen, Hardwaremarge allein überlebt sie nicht.

Was ein KI-nativer Betreiber ändert und was nicht

Fangen Sie mit der Marktgröße an, denn die meisten veröffentlichten Zahlen sind unbrauchbar. Sie lesen „geschlossener Anbau: 92 bis 122 Mrd. $ im Jahr 2025“ und „Vertical Farming: 6 bis 8 Mrd. $, wachsend auf 33 bis 40 Mrd. $“. Diese Zahlen messen den Wert der verkauften Lebensmittel oder das gesamte Gewächshausuniversum. Sie sind kein Markt, den ein neuer Geräteanbieter gewinnen kann. Ziehen Sie die Lebensmittel heraus und behalten Sie Ausrüstung plus Steuerungssoftware, grob 25 bis 40 % der Vertical-Farming-Zahl, und nehmen Sie davon den Anteil modularer Formate, grob 10 bis 20 %. Übrig bleibt ein Weltmarkt für modulare Anlagen mit kontrolliertem Klima von etwa 0,15 bis 0,6 Mrd. € im Jahr, dreißig- bis fünfzigmal kleiner als die Schlagzeile. Jeder Geschäftsplan, den wir in dieser Kategorie gesehen haben, rechnet mit der Schlagzeile.

Innerhalb dieser Zahl sitzt der Wert an zwei Stellen, und keine davon ist der Würfel. Die erste ist die Steuerungssoftware je Kultur, also das Rezept, das Lichtspektrum, Beleuchtungsdauer, Nährstoffgabe und Erntefenster für jede Kultur und jeden Kunden festlegt und sich aus den Daten der Flotte verbessert. Die zweite ist der Flottenbetrieb, also mehrere hundert verstreute Einheiten mit einem kleinen Team aus der Ferne zu führen und eine ausfallende Pumpe zu bemerken, bevor der Kunde die tote Wanne sieht. Hier hat ein KI-nativer Betreiber echten Hebel, denn mehrere hundert Kulturrezepte zu schreiben und zu justieren und die Anomalieerkennung über eine verteilte Flotte laufen zu lassen, ist genau die Arbeit, die sich zusammenziehen lässt. Unser Modell setzt die betriebswirtschaftlich sinnvolle Mindestgröße bei 400 bis 600 installierten Einheiten an, dem Punkt, an dem der Fernbetreuungsaufwand im Deckungsbeitrag je Einheit aufgeht.

Nicht ändern lässt sich die Zahl der Photonen. Eine Pflanze braucht eine bestimmte Lichtmenge, um eine bestimmte Menge Gewebe zu bilden, und daran rüttelt keine Steuerungsebene, kein Modell und kein Softwaretalent. Die Box ist ein massengefertigtes Teil mit einer Stückliste und einer Zertifizierungslast. Software ist unsere Stärke, Hardware unsere Schwäche, und deshalb haben wir die Lizenzprüfung freigegeben und nicht den Aufbau.

Der Weg zum Ja

Die Konfiguration, die funktioniert, ist eng umrissen, und sie gehört genau deshalb benannt, weil „Vertical Farming“ als Kategorie eine schlechte Wette ist, während diese eine Konfiguration verteidigt werden kann.

Für alle, die ein Vorhaben im Indoor-Anbau abwägen:

  • Beschränken Sie die Kulturliste auf die sechs Klassen, die heute am Netzstrom tragen: Kräuter, Microgreens und Jungpflanzen, Premiumsalate, Speisepilze, Safran und Cannabis dort, wo es lizenziert ist. Jeder Plan mit Massensalat oder Fruchtgemüse am Netzstrom ist ein Plan, 2,95 € bis 6,75 € je Kilo zu verlieren.
  • Verkaufen Sie einen Monatsdienst statt einer Maschine. Der wiederkehrende Erlös muss über rund 60 % des Gesamtumsatzes kommen, denn ein Hardwaregeschäft in dieser Branche wird zu einem Bruchteil eines Servicegeschäfts bewertet und verkraftet kein schlechtes Quartal.
  • Sichern Sie Strom zu höchstens 0,05 €/kWh, was in der Praxis 70 % oder mehr selbst erzeugten erneuerbaren Strom bedeutet. Große Solarparks erreichten 2024 weltweit im gewichteten Mittel Stromgestehungskosten von 0,043 $/kWh (IRENA), die Zahl ist also mit einer eigenen Anlage erreichbar, nicht mit einem Tarif.
  • Bemessen Sie das Kapital am Umlaufvermögen, nicht am Verlust. Unser Modell erreicht den operativen Break-even im sechsten Jahr bei rund 9 Mio. € aufgelaufenem operativem Verlust, die kombinierte Liquiditätssenke liegt aber bei 13 bis 15 Mio. €, weil Lager und vermietete Geräte rund 11 Mio. € vor der Gewinn- und Verlustrechnung binden. Beides ist rückholbar. Beides muss finanziert werden.
  • Wir erstellen Machbarkeitsstudien dieses Zuschnitts als Entscheidungsdossier, mit Marktgröße, Rechnung je Kultur oder Einheit, dem Optionenraum, dem Weg zum Ja und den Umkehrpunkten, ab 4.900 € netto: Unternehmensstrategie. Das Finanzmodell darunter, mit dem Treiberblatt, das Sie selbst verändern können, gibt es ab 3.900 €: Finanzmodellierung.

Für Restaurants, Kantinen und Objektverantwortliche im Rhein-Main-Gebiet, denen so ein Gerät angeboten wird: Fragen Sie nach der Kulturliste und den Kilowattstunden je Kilo, bevor die Nachhaltigkeitsfolie kommt. Ein Gerät, das Kräuter und Microgreens für die eigene Küche zieht, rechnet sich. Dasselbe Gerät, das Salat zieht, um die Lieferung des Großhändlers zu ersetzen, rechnet sich nicht.

Wo wir falsch liegen könnten

  • Der Energieverbrauch je Kilo ist die Annahme, auf der alles ruht, und die veröffentlichte Spanne ist breit genug, um das Ergebnis zu kippen. Ein Branchenvergleich von 2026 setzt eine vertikale Farm bei 150 bis 350 kWh je Kilo Salat an gegen 1 bis 5 kWh im Feld, also zehn- bis zwanzigmal unsere 15 kWh. Schon beim Dreifachen unseres Werts fällt der Break-even von Basilikum von 1,19 € auf rund 0,40 €/kWh, bleibt damit bequem über dem Netzpreis, während der von Salat von 0,053 € auf rund 0,018 € fällt und das Schwellenjahr 2045 ersatzlos verschwindet. Die hochwertigen Kulturen überstehen diese Korrektur. Die Zeitrechnung überstünde sie nicht.
  • Unser Eingangswert von 0,25 €/kWh liegt über dem, was ein Gewerbestandort heute zahlt. Der BDEW setzt Lieferverträge kleiner und mittlerer Industrie 2026 bei 17,2 ct/kWh an, 1,6 ct unter dem Vorjahr. Bei 17,2 ct macht der Strom für Salat 117 % des Großhandelspreises aus statt 167 %, liegt also weiter darunter, und Fruchtgemüse verliert weiter rund 3,24 € je Kilo. Sicherte ein Standort einen Vertrag zu 10 ct, würde Fruchtgemüse die Schwelle sofort erreichen und der bedienbare Kulturkreis von sechs auf sieben Klassen wachsen.
  • Der gesamte Qualitätsfall hängt daran, dass Basilikum 27,50 € je Kilo im Großhandel und 55 € im Küchenkanal hält. Fallen diese Werte auf den Massenpreis von 14 €, sinkt der Deckungsbeitrag von 17,00 € auf 3,50 € je Kilo, und die Monatsmiete trägt die Hardware nicht mehr. Der Preisverfall im Premiumsegment, nicht der Strom, ist der Ausfallpfad, mit dem wir zuerst rechnen.
  • Wir haben eine Miete von 650 € je Einheit und Monat angesetzt. Der Anbieter im Markt veröffentlicht 375 $ im Monat bei 16.750 $ Gerätepreis, also eine andere Aufteilung zwischen Kaufpreis und Dienstleistung. Muss ein europäischer Anbieter diese Aufteilung übernehmen statt der Vollmiete, verschiebt sich die Umsatzzeile, auf die unser Modell am empfindlichsten reagiert, um rund ein Viertel, das sind etwa 7,8 Mio. € im sechsten Jahr.

Häufige Fragen

Warum gehen vertikale Farmen pleite?

Weil der Strom für eine billige Kultur mehr kostet, als die Kultur einbringt. Ein Kilo Salat im Haus braucht rund 15 kWh, also 2,58 € beim deutschen Industriepreis 2026 von 17,2 ct/kWh, gegen einen Großhandelspreis nahe 2,20 €. Jeder Kopf wird mit Verlust verkauft, vor Miete, Arbeit und Gebäude. Zwei datierte Zählungen kommen allein für 2025 auf vierzehn Insolvenzen im Indoor-Anbau, mit über 1,37 Mrd. $ historisch eingesammeltem Kapital hinter den gescheiterten Unternehmen. Das Muster war der Bau in der Größenordnung von 100 Mio. € auf das Versprechen der Rentabilität bei 10 Mio. €, finanziert mit Wagniskapital, das eine Rückzahlung in fünf bis sieben Jahren erwartet, wo eine Infrastruktur mit fünfzehn bis zwanzig Jahren rechnet.

Welche Kulturen bringen im Haus Geld?

Sechs Klassen tragen heute am deutschen Netzstrom: Küchen- und Heilkräuter, Microgreens und Jungpflanzen, Premium-Markensalate, Speisepilze, Safran und Cannabis dort, wo es lizenziert ist. Alle sind so viel je Kilo wert, dass der Strom nur einen kleinen Anteil ihres Werts ausmacht. Pilze tragen aus einem anderen Grund, nämlich mit rund 3 kWh je Kilo statt 15, weil sie kaum Licht brauchen. Salat, Tomaten und Erdbeeren brauchen günstigen Eigenstrom oder Geduld bis etwa 2045. Wurzelgemüse, Knollen, Zwergobst und rankende Kulturen erreichen die Schwelle nicht binnen zwanzig Jahren, Getreide nie.

Ändert günstiger Solarstrom die Antwort?

Für zwei Kulturklassen ja, und zwar vollständig. Bei 0,05 €/kWh geht Salat von 2,95 € Verlust je Kilo auf etwa null und Fruchtgemüse von 6,75 € Verlust auf 2,25 € Gewinn. Große Solarparks erreichten 2024 weltweit im gewichteten Mittel 0,043 $/kWh (IRENA), dieser Preis existiert also dort, wo Ihnen die Erzeugung gehört. Als deutscher Netztarif existiert er nicht, weshalb Fachleute die Abhängigkeit vom Netz als tödlich bezeichnen und 70 % oder mehr selbst erzeugten erneuerbaren Strom als Arbeitsstandard ansetzen. Für Getreide ändert günstiger Strom bei keinem Preis etwas.

Was ist ein Mietbetriebsmodell in der Landwirtschaft?

Der Kunde mietet die Anlage und zahlt eine feste Monatsgebühr, der Anbieter behält die Hardware im Eigentum, installiert sie, liefert Saat und Nährstoffe und führt den Anbau per Software aus der Ferne. Geerntet wird beim Kunden. Der US-Anbieter in diesem Feld veröffentlicht 16.750 $ für das Gerät plus 375 $ im Monat über 36 Monate, darin Einweisung, ein fester Ansprechpartner, automatisch gelieferte Verbrauchsmaterialien und eine Anbau-App. Das Modell zählt, weil es dünne einmalige Hardwaremarge in wiederkehrenden Rohertrag verwandelt, und dafür zahlt ein späterer Käufer des Unternehmens ein Vielfaches. Es bindet zugleich Liquidität, denn der Anbieter finanziert die Hardware, die in jedem Kundengebäude steht.

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Quellen

Nichts hier ist Rechts- oder Steuerberatung. Steuerberater und Anwalt entscheiden, bevor etwas bindend wird.

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