Website für Handwerker: 94 % haben eine. Was wirklich fehlt

Wir haben ein Webstudio für Handwerksbetriebe im Rhein-Main-Gebiet vollständig durchgerechnet und die Idee dann beerdigt. Der Grund steht in einer Zahl: 94 % der deutschen Handwerksbetriebe nutzen bereits eine eigene Website (Bitkom Research 2025, n=504). Ein Problem, das 6 % einer Zielgruppe haben, trägt kein Unternehmen. Offen blieb die Frage, die seit einer Branchenstudie von 2018 niemand mehr beantwortet hat: ob die vorhandenen Seiten etwas taugen. Also haben wir im August 2026 selbst gemessen, 142 Handwerker-Websites in Frankfurt und im Umland gezogen und 122 davon vollständig gelesen.
Nichts hier ist Rechts- oder Steuerberatung. Steuerberater und Anwalt entscheiden, bevor etwas bindend wird.
Die Entscheidung
Wir bauen kein Webstudio für Handwerksbetriebe, und wir verkaufen keinem Betrieb eine neue Website, weil die alte alt aussieht. Der Markt für die reine Broschüren-Website ist bedient: Vier Anbieter liefern eine komplette Handwerker-Seite öffentlich für unter 600 €, der günstigste für 329 € brutto in zwei Tagen. Wo wir arbeiten, ist die Lücke, die unsere eigene Messung gefunden hat: Drei von vier geprüften Seiten bieten weder einen Preis noch eine Terminbuchung noch eine strukturierte Angebotsanfrage. Der Kunde, der schon auf der Seite steht und kaufen will, findet nichts, worauf er drücken kann. Wenn eine Wiederholung dieser Prüfung mit einer sauberen Stichprobe aus einem Betriebsregister statt aus Verzeichniseinträgen über 40 % Preis- oder Terminfunktion findet, ist diese Lesart falsch und wir sagen es hier.
Was wir angenommen hatten und was die Daten sagten
Die Ausgangsthese war die übliche: Künstliche Intelligenz senkt die Baukosten einer Website, die Marktpreise bleiben oben, dazwischen öffnet sich eine Marge. Beide Hälften der These haben die Prüfung nicht überlebt.
Der Preis hatte sich längst bewegt. Am 25. August 2026 verkauften vier Anbieter eine vollständige Handwerker-Website öffentlich für unter 600 €: 329 € brutto, 499 € brutto, 500 € netto als Einstiegspreis für die ersten fünf Projekte und 599 € als Festpreis. Alle liefern bundesweit aus der Ferne, eine Frankfurter Postleitzahl schützt den Preis also nicht.
Und Künstliche Intelligenz war nicht die Ursache. Der Anbieter mit dem Preis von 329 € erwähnt auf seiner Seite an keiner Stelle KI. Sein Mechanismus steht offen da: über 60 fertige Vorlagen und „in 2 Tagen online". Den Preisboden haben Vorlagen-Shops gedrückt, bevor KI-Werkzeuge überhaupt verbreitet waren.
Im eigenen Modell schlug der Preis die Technik. Wir haben die Stellschrauben einzeln bewegt. Den monatlichen Preis von 300 € auf 699 € anzuheben, multiplizierte das Ergebnis mit 2,26. Die Bauzeit je Kunde von vier auf zwei Stunden zu halbieren, also genau der Hebel, den KI liefert, multiplizierte es mit 1,59. Der Preis bewegt dieses Geschäft stärker als die Technik, was der Gegenteil der These ist, mit der wir angefangen hatten.
Was wir nicht beantworten konnten, war die interessante Frage. Die letzte belastbare Messung deutscher KMU-Websites ist die SIINDA Landscape Study von 2018 mit 187.627 untersuchten Seiten: 65 % mobil optimiert, 43 % mit HTTPS, 23 % innerhalb von 30 Tagen inhaltlich aktualisiert, 8,1 Sekunden mittlere Ladezeit auf dem Smartphone. Die Studie ist acht Jahre alt und der HTTPS-Wert durch kostenlose Zertifikate überholt. Eine deutsche Untersuchung aus den Jahren 2024 bis 2026 zu Alter, Mobiltauglichkeit oder Pflegezustand kleiner Firmen-Websites haben wir nicht gefunden. Also haben wir sie selbst gemacht.
Eine Grenze setzen wir vorab. Es gibt keine belastbare deutsche Quelle für den Satz „eine Website steigert Ihren Umsatz um X Prozent", und wir schreiben ihn deshalb nicht. Was sich prüfen lässt, ist, ob ein Kunde Sie findet und ob er auf Ihrer Seite eine Antwort bekommt.
Was auf 122 Handwerker-Websites in Rhein-Main steht
Wir haben Kategorieseiten öffentlicher Branchenverzeichnisse für Frankfurt am Main und dreizehn Umlandorte über sieben Gewerke ausgewertet, daraus 142 einzelne Betriebs-Websites gezogen und jede genau einmal abgerufen. 122 lieferten einen vollständigen Lesevorgang. Erfasst wurde je Seite: erreichbar über HTTPS, neueste sichtbare Jahreszahl, Impressum-Link vorhanden, Telefonnummer auf der Startseite sichtbar, und ob die Seite einen Preis nennt oder eine Online-Buchung oder Angebotsanfrage anbietet.
| Gewerk | Seiten gelesen | HTTPS | Impressum | Telefon sichtbar | Preis, Termin oder Angebot | Jahreszahl 2025 oder 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| SHK (Sanitär, Heizung, Klima) | 19 | 19 | 19 | 19 | 8 (42 %) | 14 (74 %) |
| Kfz-Werkstatt | 30 | 28 | 30 | 27 | 11 (37 %) | 8 (27 %) |
| GaLaBau | 15 | 15 | 15 | 15 | 4 (27 %) | 7 (47 %) |
| Schreiner, Tischler | 10 | 10 | 10 | 8 | 2 (20 %) | 4 (40 %) |
| Dachdecker | 16 | 16 | 16 | 14 | 3 (19 %) | 5 (31 %) |
| Maler, Lackierer | 18 | 18 | 18 | 17 | 3 (17 %) | 5 (28 %) |
| Elektro | 14 | 14 | 14 | 13 | 1 (7 %) | 5 (36 %) |
| Gesamt | 122 | 120 | 122 | 113 | 32 (26 %) | 48 (39 %) |
Stand: August 2026. Eigene Erhebung von Hamnett Enterprises GmbH, Abrufe vom 25. August 2026. 142 Betriebs-Websites gezogen, 122 vollständig gelesen. Keine Zufallsstichprobe, ein Abruf je Seite, keine JavaScript-Ausführung. Methode und Schwächen stehen weiter unten. Es werden ausschließlich Summen veröffentlicht, keine Firmennamen und keine Adressen.
Vier Schichten, und die Betriebe haben genau die drei erledigt, die man ihnen abnimmt.
Die rechtliche Schicht steht. 122 von 122 Seiten führen einen Impressum-Link. § 5 des Digitale-Dienste-Gesetzes verlangt, dass Anbieterangaben „leicht erkennbar und unmittelbar erreichbar" und „ständig verfügbar" sind. Was ein deutscher Handwerksbetrieb an seiner Website falsch macht, ist es nicht.
Die technische Schicht steht fast. 120 der 122 gelesenen Seiten kamen über HTTPS. Der Rest zeigt sich erst, wenn man alle 142 gezogenen Adressen zusammen betrachtet: 11 von 142 (8 %) ließen sich über HTTPS nicht öffnen, und 6 (4 %) antworteten überhaupt nicht, darunter eine Domain, die im Verzeichnis noch als Website steht und im DNS nicht mehr existiert. Sechs der elf HTTPS-Fehler sind Zertifikate, die auf den Hoster und nicht auf die eigene Domain ausgestellt sind. Der Besucher sieht dann eine bildschirmfüllende Sicherheitswarnung, bevor er ein Wort gelesen hat. Das ist ein Konfigurationsfehler von etwa fünfzehn Minuten Arbeit.
Bei der Pflege rutscht es ab. 48 der 122 Seiten (39 %) zeigen irgendwo 2025 oder 2026. Neun davon gehören zu einem Branchen-Redaktionssystem, das im Fußbereich automatisch das heutige Datum druckt, was über den Pflegezustand nichts aussagt. Ohne diese neun bleiben 39 von 122 (32 %). 27 Seiten (22 %) zeigen gar keine Jahreszahl, 32 (26 %) nur 2023 oder älter, und bei fünf davon ist die einzige sichtbare Jahreszahl das Gründungsjahr im Fließtext, in einem Fall 1904.
Die kaufmännische Schicht fehlt. 32 von 122 Seiten (26 %) nennen einen Preis oder bieten eine Online-Buchung oder eine strukturierte Angebotsanfrage. 90 von 122 (74 %) bieten nichts davon. In den beiden Gewerken, in denen wir es gesondert festgehalten haben, nannte keine einzige Seite einen konkreten Preis. Jede Zustimmung in dieser Spalte ist ein Anfrageformular oder eine Terminstrecke.
Der Vergleich mit der Selbstauskunft ist der eigentliche Befund. Bitkom fragte 504 Handwerksbetriebe, welche digitalen Services sie ihren Kundinnen und Kunden anbieten. 48 % nannten die Online-Terminbuchung, 68 % den digitalen Angebotsversand, 85 % mindestens einen digitalen Service. Auf den Startseiten, die wir gelesen haben, fand ein Viertel überhaupt eine Preis-, Termin- oder Angebotsfunktion. Beides kann stimmen: Die Bitkom-Frage zielt auf den Service, nicht auf die Website. Wer Termine am Telefon oder über WhatsApp vergibt, antwortet zu Recht mit Ja. Der Unterschied liegt darin, wo die Funktion wohnt, und sie wohnt selten dort, wo der Kunde gerade steht.
Zwischen den Gewerken ist die Spannweite groß: 42 % bei SHK, 7 % bei Elektro. Eine Einschränkung gehört dazu. Etwa die Hälfte der SHK-Stichprobe läuft auf einem einzigen Branchen-Redaktionssystem, das ein Anfrage-Widget serienmäßig mitliefert. Diese Spalte misst dort ein Produkt eines Anbieters und nicht die Entscheidung eines Inhabers.
Ein Nebenbefund aus den Verzeichnissen selbst. Über alle Gewerke haben wir 1.601 Verzeichniszeilen gesichtet, davon trugen 1.247 eine auswertbare Angabe zur Website. 519 dieser Zeilen (42 %) verwiesen auf keine Website. Das sind keine 42 % Betriebe ohne Website. Verzeichniszeilen veralten, und dasselbe Unternehmen erscheint auf einer Seite zweimal, einmal mit und einmal ohne Link. Es ist der Anteil der Verzeichniszeilen, die einen Suchenden nirgendwohin schicken, und er steht neben den 94 % aus der Bitkom-Befragung, ohne ihnen zu widersprechen.
Was eine Website heute kostet
Die Preisleiter für einen Handwerksbetrieb reicht heute vom Zehnfachen bis zum Fünfzigfachen, je nachdem, wer baut. Jede Zeile unten stand am 25. August 2026 auf der Preisseite des jeweiligen Anbieters oder in einer datierten Marktübersicht.
| Stufe | Preis | Was der Preis kauft |
|---|---|---|
| Baukasten, selbst gebaut | 10 bis 50 € pro Monat (120 bis 600 € im Jahr) | Vorlage, eigener Zeitaufwand, Miete statt Eigentum |
| Vorlagen-Shop | ab 329 € brutto einmalig | über 60 fertige Vorlagen, „in 2 Tagen online", keine Aussage zu SEO, kein Wort über KI |
| Festpreis-Anbieter mit lokalem SEO | 499 €, 699 € oder 999 € brutto | 2 bis 6 Leistungsseiten, ab 699 € Google-Unternehmensprofil eingerichtet, ab 999 € lokales SEO für mehrere Orte und eine Karriereseite |
| Festpreis oder Leasing | 599 € einmalig oder 39,90 € pro Monat inklusive Hosting, Domain, Wartung und Support | Wartungspakete separat ab 14,90 € pro Monat |
| Freelancer | 800 bis 3.000 € einmalig, Wartung 0 bis 100 € pro Monat | individuelle Umsetzung, eine Ansprechperson |
| Agentur für kleine Betriebe | 3.000 bis 8.000 € einmalig, Wartung 50 bis 200 € pro Monat | Konzept, eigenes Design, Texte, Technik |
| CMS-Website, 10 bis 20 Seiten | 8.000 bis 15.000 € | Redaktionssystem, mehrere Sprachen, Buchung oder Shop, Integrationen, Barrierefreiheitsprüfung |
Stand: August 2026. Zeilen 2 bis 4 am 25. August 2026 auf den Preisseiten von Werkerweb, HomepageHandmade und Goldfein gelesen. Zeilen 1, 5 und 6 aus einer datierten Marktübersicht von meinBetrieb online (23. Februar 2026, aktualisiert 6. August 2026). Zeile 7 aus unserer eigenen Preis-Benchmark-Recherche, August 2026.
Zwei Dinge fallen an dieser Leiter auf.
Unter 1.000 € kaufen Sie eine Vorlage, und das ist für eine fünfseitige Broschüren-Seite die richtige Entscheidung. Der Bau ist dort ein Handgriff, und niemand hat je gezeigt, dass eine teurere Broschüre mehr Aufträge bringt. Was Sie über 1.000 € kaufen, ist etwas anderes: Struktur für die Fragen, die Ihre Kunden tatsächlich stellen, eine Anfragestrecke, die den Auftrag qualifiziert, und Technik, die eine Maschine lesen kann.
Der zweite Punkt ist neu und kostet Geld. Seit dem 28. Juni 2025 gilt das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, kurz BFSG, das deutsche Gesetz, das bestimmte digitale Angebote für Menschen mit Behinderungen nutzbar machen muss. Prüfmaßstab ist WCAG 2.1 Level AA, ein internationaler Standard für barrierefreie Websites. Deutsche Anbieter beziffern den Mehraufwand bei einem Neubau auf 10 bis 15 % (eine zweite Quelle nennt 5 bis 15 %), bei einer Nachrüstung deutlich mehr. Genau das hat die Preise für CMS-Projekte im deutschen Mittelbau nach oben geschoben. Ob das Gesetz Ihren Betrieb trifft, steht weiter unten in den häufigen Fragen, und die kurze Antwort lautet für die meisten Handwerksbetriebe: eher nicht.
Was Google 2024 und 2025 geändert hat
Das Google-Unternehmensprofil war jahrelang das beste Argument gegen eine eigene Website. Es ist kostenlos, es steht ganz oben in der lokalen Suche, und 88 % der Handwerksbetriebe sind in solchen Verzeichnissen eingetragen (Bitkom 2025). Zwischen Juli 2024 und Anfang 2026 hat Google diesem Argument zwei Beine weggenommen.
| Datum | Was Google abgeschaltet hat | Wohin die Funktion wandert |
|---|---|---|
| 31. Juli 2024 | Chat und Anrufliste im Unternehmensprofil. Auf die Frage, ob Kunden weiter Angebote anfordern können, antwortet Googles eigene Hilfeseite: „Nein, Kunden können keine Angebote mehr anfordern." | Google verweist auf SMS und WhatsApp. Die strukturierte Angebotsanfrage gibt es dort nicht mehr. |
| 3. November 2025 | Die Schnittstelle für „Fragen und Antworten" (Q&A-API). | – |
| ab 3. Dezember 2025 | Die öffentliche Frage-und-Antwort-Sektion im Profil, schrittweise, Anfang 2026 in den meisten Profilen verschwunden. | KI-Antworten in Suche und Maps, die sich aus Profil, Bewertungen und der eigenen Website des Betriebs bedienen. |
Stand: 25. August 2026. Zeile 1 wörtlich von Googles eigener Hilfeseite. Die Termine der Q&A-Abschaltung aus der Google-Unternehmensprofil-Community und einer datierten Fachdarstellung (Stand 28. Mai 2026).
Beide Änderungen zeigen in dieselbe Richtung. Die Frage, die ein Kunde früher im Profil gestellt hat, stellt er jetzt einer Maschine, und die Maschine liest die Antwort auf der Website des Betriebs. Die Angebotsanfrage, die früher im Profil lag, hat außerhalb der eigenen Seite keinen Ort mehr. Wer dort weder Preisangabe noch Terminbuchung noch Anfragestrecke hat, liefert für beides keine Quelle.
Wir überziehen das nicht. Google leitet den zögernden Kunden auf WhatsApp weiter, das kostet nichts und funktioniert. Verschoben hat sich die Quelle, aus der eine Maschine die Antwort zieht, und diese Quelle ist jetzt die eigene Seite.
Methode
Auswahlrahmen. Kategorieseiten öffentlicher Branchenverzeichnisse für Frankfurt am Main sowie Offenbach am Main, Hanau, Bad Homburg, Oberursel, Eschborn, Hofheim am Taunus, Neu-Isenburg, Dreieich, Langen, Bad Vilbel, Maintal, Rüsselsheim am Main und Kelkheim. Gewerke: Maler und Lackierer, Dachdecker, SHK, Elektro, Schreiner und Tischler, GaLaBau, Kfz-Werkstatt.
Verzeichnisse. Gelbe Seiten lieferte vollständige Trefferlisten mit einer Angabe je Eintrag, ob eine Website hinterlegt ist, und ist die Quelle aller Verzeichniszahlen. Das Örtliche gab auf dem Kategoriepfad HTTP 404 und auf dem Suchpfad eine Ortsauswahl ohne Einträge zurück. 11880 lieferte Einträge, aber kein auswertbares Website-Feld, und ist deshalb aus den Verzeichniszahlen ausgenommen. Gelbe Seiten gibt die Ziel-Domain eines Eintrags nicht an einen automatischen Abruf heraus, sondern nur einen eigenen Weiterleitungslink. Die Domains der Prüfstichprobe wurden daher über Suchmaschinentreffer zu Gewerk und Ort aufgelöst und gegen die Firmennamen aus denselben Trefferlisten abgeglichen, ergänzt um ein Innungs-Mitgliederverzeichnis für Dachdecker.
Abruf. 142 unterschiedliche Domains, je genau ein HTTP-Abruf am 25. August 2026, kein zweiter Versuch, keine JavaScript-Ausführung. Franchise-, Portal- und Aggregatordomains wurden vor dem Abruf aussortiert.
Ein Feld ist ausgefallen und wir schätzen es nicht. Geplant war als sechstes Merkmal das Viewport-Meta-Tag, also die eine Zeile im Kopfbereich einer Seite, ohne die ein Smartphone die Desktop-Ansicht verkleinert darstellt. Das Abrufwerkzeug wandelt Seiten in Text um und verwirft dabei den Kopfbereich. Auf 121 von 122 Seiten war das Tag deshalb unsichtbar. Wir streichen das Merkmal und geben keine Mobil-Quote an. Wer sie braucht, muss rohes HTML ziehen oder einen Browser ohne Oberfläche laufen lassen.
Datenschutz. Es wurden keine Firmennamen, Domains oder Adressen erfasst oder gespeichert. Veröffentlicht werden ausschließlich Summen.
Schwächen, in der Reihenfolge ihres Gewichts.
- Selbstauswahl. Der Rahmen sind Verzeichniseinträge und kein Betriebsregister. Ein Betrieb, der in keinem Verzeichnis steht, ist nicht in der Stichprobe.
- Die Prüfstichprobe ist suchmaschinen-aufgelöst. Weil das Verzeichnis die Ziel-Domains zurückhält, kamen die Adressen über die Suche. Suchmaschinen ranken die Betriebe nach oben, die in ihre Sichtbarkeit investiert haben. Die 122 Seiten überzeichnen daher das gesunde Ende, und die tatsächlichen Werte sind vermutlich schlechter als hier gemessen.
- Zeilen sind keine Betriebe. Die Umkreissuche zieht Nachbarorte mit hinein, und dasselbe Unternehmen steht auf einer Trefferseite mehrfach, teils mit und teils ohne Website-Kennzeichen. Die 42 % ohne Website-Link sind eine Obergrenze.
- Ein Abruf je Seite. Ohne Wiederholung und ohne JavaScript. Drei der sechs Nicht-Antworten sind eine Bot-Sperre, ein Serverfehler und eine abgeschnittene Seite, und dahinter kann jeweils eine funktionierende Website stehen.
- Keine Zufallsstichprobe. Sieben Gewerke, vierzehn Orte, eine Woche. Frankfurt ist übergewichtet. Eschborn, Langen, Maintal, Kelkheim und Dreieich erscheinen in den Verzeichniszahlen, haben in der Prüfstichprobe aber keinen dort ansässigen Betrieb.
- Eine Jahreszahl im Fußbereich ist ein schwacher Beleg für Pflege. Neun Seiten drucken automatisch das heutige Datum, fünf zeigen nur ein Gründungsjahr im Fließtext. Wir geben beide Lesarten an.
Was das für Sie bedeutet
Für Inhaberinnen und Inhaber eines Handwerksbetriebs:
- Ihre Seite ist mit hoher Wahrscheinlichkeit erreichbar, verschlüsselt und rechtlich sauber. Prüfen Sie stattdessen das, was 74 % fehlt: Kann ein Kunde einen Preis oder einen Termin bekommen, ohne anzurufen? Eine Seite, die die fünf Fragen beantwortet, die Sie jede Woche am Telefon hören, und ein Formular, das nach Gewerk, Adresse und Wunschwoche fragt, sind ein Nachmittag Arbeit.
- Rufen Sie Ihre eigene Domain einmal mit
https://davor auf. 8 % der von uns gezogenen Adressen scheitern daran, und sechs von elf Fällen sind ein Zertifikat, das auf den Hoster statt auf Ihre Domain ausgestellt ist. Der Besucher sieht eine Sicherheitswarnung, und die Behebung kostet fast nichts. - Schauen Sie auf die Jahreszahl im Fußbereich. 22 % zeigen keine, 26 % zeigen 2023 oder älter. Für einen Kunden, der zwischen zwei Betrieben wählt, ist das ein Signal, und für eine KI-Antwort ist es ein Hinweis auf Aktualität.
- Wenn die Seite neu gebaut statt repariert werden soll: Wir bauen die Unternehmens-Website ab 6.500 € netto, mit Struktur, Anfragestrecke und Barrierefreiheit als benannter Leistung: Websites und Web-Anwendungen. Unter 1.000 € liefert der Markt eine gute Vorlage, und dafür brauchen Sie uns nicht.
- Wenn die Seite steht und nur nicht gefunden wird, ist die technische Prüfung ab 1.900 € der kleinere Einstieg: SEO und GEO.
Für Steuerberater und Bankberater:
- Eine Website ist in der Regel Erhaltungsaufwand oder ein geringwertiges Wirtschaftsgut, kein Investitionsthema. Die Größenordnung, über die Ihr Mandant redet, liegt zwischen 329 € und 8.000 €, und die Einordnung gehört in Ihre Hände, nicht in unsere.
- Wenn ein Mandant von einer gesetzlichen Pflicht zur barrierefreien Website spricht, lohnt eine Rückfrage. Für eine reine Präsentationsseite eines Betriebs mit unter zehn Beschäftigten greift die Ausnahme in aller Regel.
Für Käufer eines Handwerksbetriebs:
- Prüfen Sie an der Website des Zielbetriebs nicht das Design, sondern die Funktion: Steht ein Impressum mit der richtigen Firmierung, führt eine Anfrage irgendwohin, und wann wurde zuletzt etwas geändert. Eine Domain, die im Verzeichnis steht und im DNS nicht mehr existiert, kam in unserer Ziehung vor.
- Fragen Sie, wer die Seite gebaut hat und wer sie heute pflegen kann. Ein Betrieb, dessen Seite von einem Familienmitglied stammt, das nicht mehr erreichbar ist, hat ein kleines, teures Übergabeproblem.
Wo wir falsch liegen könnten
- Unsere Prüfstichprobe kam über Suchmaschinentreffer zustande und überzeichnet damit die besser gepflegten Betriebe. Wenn eine Ziehung gleicher Größe direkt aus einem Betriebsregister über 40 % Preis- oder Terminfunktion findet, ist die kaufmännische Lücke kleiner als hier beschrieben, und die Reihenfolge unserer Empfehlungen kippt.
- Das Merkmal Mobiltauglichkeit ist ausgefallen. Wenn eine Wiederholung mit rohem HTML zeigt, dass unter 80 % der Seiten ein Viewport-Tag führen, ist die Mobilansicht das größere Problem und die fehlende Anfragestrecke das kleinere.
- Es gibt keine deutsche Quelle dafür, wie viele Aufträge eine Terminbuchung auf einer Handwerker-Seite tatsächlich bringt. Solange es sie nicht gibt, bleiben unsere 74 % eine Beschreibung und keine Diagnose. Wir nennen deshalb bewusst keine Steigerungsquote.
- Wenn sich zeigt, dass Googles KI-Antworten überwiegend aus Profil und Bewertungen und kaum aus der eigenen Website ziehen, fällt der einzige aktuelle Grund weg, den wir dieser Produktkategorie zugestehen.
- Die 42 % Verzeichniszeilen ohne Website-Link stehen im Widerspruch zu 94 % Website-Nutzung aus der Bitkom-Befragung. Wir erklären das mit veralteten und doppelten Zeilen. Wenn ein Abgleich zeigt, dass die Verzeichnisse aktuell sind, ist die Bitkom-Zahl zu hoch und der ganze Ausgangspunkt dieses Textes verschiebt sich.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?
Zwischen 329 € brutto und 15.000 €, je nachdem, was gebaut wird. Eine komplette Vorlagen-Seite gibt es bei mehreren bundesweiten Anbietern für 329 € bis 599 €, ein Festpreis-Anbieter mit lokalem SEO liegt bei 499 € bis 999 €, ein Freelancer bei 800 € bis 3.000 €, eine Agentur für kleine Betriebe bei 3.000 € bis 8.000 € und eine CMS-Website mit 10 bis 20 Seiten bei 8.000 € bis 15.000 € (Preise vom 25. August 2026, Details in der Tabelle oben). Hinzu kommen laufend Hosting und Domain ab etwa 15 € im Monat sowie optional Wartung ab 14,90 € im Monat. Für eine reine Broschüren-Seite ist die untere Stufe angemessen.
Reicht ein Google-Unternehmensprofil?
Für die Auffindbarkeit oft ja, für den Abschluss seit 2024 weniger als früher. 88 % der Handwerksbetriebe sind in Verzeichnissen wie Google eingetragen, und das Profil steht in der lokalen Suche prominenter als jede Website. Seit dem 31. Juli 2024 können Kunden über das Profil aber keine Angebote mehr anfordern, und die öffentliche Frage-und-Antwort-Sektion wurde ab Dezember 2025 entfernt. Googles KI-Antworten ziehen ihre Inhalte inzwischen aus Profil, Bewertungen und der eigenen Website. Das Profil bringt Sie in die Sichtbarkeit, die Antwort auf eine konkrete Kundenfrage muss auf Ihrer Seite stehen.
Was ändert das BFSG für meine Website?
Für die meisten Handwerksbetriebe nichts, und diese Aussage ist keine Rechtsberatung. Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz gilt seit dem 28. Juni 2025. Es erfasst nach § 1 Abs. 3 Nr. 5 „Dienstleistungen im elektronischen Geschäftsverkehr", die § 2 Nr. 26 als digitale Dienste definiert, die „im Hinblick auf den Abschluss eines Verbrauchervertrags erbracht werden". Eine reine Präsentationsseite mit Telefonnummer und Kontaktformular schließt keinen Vertrag. Zusätzlich nimmt § 3 Abs. 3 BFSG Kleinstunternehmen aus, die Dienstleistungen anbieten, wobei die Schwelle bei unter zehn Beschäftigten und höchstens 2 Mio. € Jahresumsatz oder Bilanzsumme liegt und beide Bedingungen zusammen gelten müssen. Wer Ihnen sagt, Ihre Broschüren-Website sei gesetzlich barrierefrei zu machen, macht eine Aussage über eine Rechtspflicht, die § 5 UWG zur irreführenden Werbung erklärt, wenn sie nicht zutrifft. Sobald Ihre Seite verkauft, verbindlich bucht oder kassiert, ändert sich die Lage, und dann entscheidet Ihr Anwalt.
Bringt eine neue Website mehr Aufträge?
Dafür gibt es keine belastbare deutsche Zahl, und wir nennen deshalb keine. Was sich messen lässt, ist der Weg dorthin: Von 122 geprüften Handwerker-Websites in Rhein-Main boten 90 keinen Preis, keine Terminbuchung und keine strukturierte Angebotsanfrage. Ein Kunde, der auf einer solchen Seite steht und heute kaufen will, muss anrufen oder weiterziehen. Ein Betrieb gibt für Auftragsplattformen ohnehin 600 € bis 1.500 € im Jahr aus (unsere Recherche, Juli 2026), weil die sichtbar Anfragen liefern, und die eigene Seite konkurriert um dasselbe Budget.
Weiterlesen
- Was kostet Unternehmensberatung? 34 Preise im Marktvergleich
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Quellen
- Bitkom Research, „Digitalisierung des Handwerks, Studienbericht 2025", Abbildungen 3 und 7 sowie Methodik (CATI, n=504, KW 23 bis KW 29 2025, Fehlerspanne +/- 4 Prozentpunkte), abgerufen 2026-08-25, https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-01/bitkom-studienbericht-handwerk.pdf
- Bitkom e. V., „Über die Hälfte des deutschen Handwerks nutzt Social Media", Presseinformation vom 23. Oktober 2025, abgerufen 2026-08-25, https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Haelfte-des-Handwerks-nutzt-Social-Media
- Werkerweb, Startseite mit Preisangabe „ab 329.-€ inkl. USt.", „in 2 Tagen online", „über 60 Website Vorlagen", abgerufen 2026-08-25, https://werkerweb.de/
- HomepageHandmade, „Webdesign für Handwerker", Festpreise ab 499 €, 699 € und 999 €, abgerufen 2026-08-25, https://homepagehandmade.de/webdesign-handwerker/
- Goldfein Webdesign, „Webdesign für Handwerker", „Websites zum Festpreis ab 599€", „Website-Leasing ab 39,90€ im Monat", „Wartungspakete bereits ab 14,90€ pro Monat", abgerufen 2026-08-25, https://www.goldfein-webdesign.de/webdesign-fuer-handwerker
- Webentwicklung Rottweil, Einstiegspreis 500 € netto für die ersten fünf Projekte, regulär 950 € netto, abgerufen 2026-08-25, https://webentwicklung-rottweil.de/
- meinBetrieb online, „Website erstellen lassen: Preise 2026 für Handwerker", 23. Februar 2026, aktualisiert 6. August 2026, abgerufen 2026-08-25, https://www.meinbetriebonline.de/blog/handwerker-website-kosten
- Google, Unternehmensprofil-Hilfe, „Seit dem 31. Juli 2024 sind die Funktionen ‚Chat' und ‚Anrufliste' ... nicht mehr verfügbar" und „Nein, Kunden können keine Angebote mehr anfordern", abgerufen 2026-08-25, https://support.google.com/business/answer/14919056?hl=de
- Google Unternehmensprofil-Community, „FAQ: Funktion »Fragen und Antworten« eingestellt", abgerufen 2026-08-25, https://support.google.com/business/community-guide/396852533/
- unicorn-factory, „Google Fragen & Antworten eingestellt: Alternativen", aktualisiert 28. Mai 2026, abgerufen 2026-08-25, https://www.unicorn-factory.net/google-unternehmensprofil-fragen-und-antworten-eingestellt/
- SIINDA Landscape Study 2018 (n=187.627 KMU-Websites, Daten von Das Örtliche Service und Marketing GmbH), zusammengefasst bei heise regioconcept, abgerufen 2026-08-25, https://www.heise-regioconcept.de/homepages/siinda-studie-kmu-websites-haben-optimierungspotenzial/
- Bundesministerium der Justiz, § 5 DDG (Allgemeine Informationspflichten), abgerufen 2026-08-25, https://www.gesetze-im-internet.de/ddg/__5.html
- Bundesministerium der Justiz, § 1, § 2 und § 3 BFSG, abgerufen 2026-08-25, https://www.gesetze-im-internet.de/bfsg/__1.html
- Händlerbund, „Kleinstunternehmen: BFSG-Ausnahme", abgerufen 2026-08-25, https://ohn.haendlerbund.de/recht/rechtsfragen/kleinstunternehmen-bfsg-ausnahme
- barrierefreie-agenturen.de, „Barrierefreie Website Kosten 2026", Mehraufwand von 10 bis 15 % gegenüber einem Standard-Relaunch, abgerufen 2026-08-25, https://barrierefreie-agenturen.de/ratgeber/bfsg-kosten/
- Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main, „Kammerbezirk in Zahlen", mehr als 32.000 Betriebe und 153.000 Beschäftigte, ohne Stand-Angabe auf der Seite, abgerufen 2026-08-25, https://www.hwk-rhein-main.de/de/uber-uns/kammerbezirk-in-zahlen
- Hamnett Enterprises interne Erhebung, August 2026 (Website-Prüfung, 142 gezogene Domains, 122 vollständige Lesevorgänge, Verzeichniszahlen)
- Hamnett Enterprises interne Recherche, Juli 2026 (Wettbewerbs- und Preisrecherche Webstudio, Ausgaben für Auftragsplattformen, Modell-Sensitivitäten)
- Hamnett Enterprises interne Preis-Benchmark-Recherche, August 2026 (CMS-Website 8.000 bis 15.000 €, BFSG-Aufschlag)
Nichts hier ist Rechts- oder Steuerberatung. Steuerberater und Anwalt entscheiden, bevor etwas bindend wird.